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Kreuzfedergelenke

Kreuzfedergelenke

 

Inhalt:

Anwendung Vorteile Beschreibung
Techn. Daten Standardausführung Anmerkungen zur Federkonstante Technische Daten
Einbaurichtlinien Lebensdauerkurven Anwendungsbeispiele
Kontaktinformationen

Anwendung

Das Kreuzfedergelenk ist ein Bauelement für alle Lagerstellen, bei denen ein Zapfen nur eine geringe Drehung (bis zu ± 30 Grad) ausführen, und dabei große Radial- und Axialkräfte aufnehmen muß. Wegen ihrer vielen Vorteile haben sich Kreuzfedergelenke einen großen Anwendungsbereich erobert. Sie werden als Lager, Kupplungen und Torsionsfedern in Instrumenten und Maschinen überall da eingesetzt, wo es auf hohe Genauigkeit, bequeme Montage und Gewichtsersparnis ankommt; in Miniaturmeßgebern und Spezialwaagen ebenso wie zur Aufhängung großer Prüflinge im Windkanal.

Vorteile

• reibungsfrei
• keine Schmierung, dadurch wartungsfrei
• strahlungsbeständig
• unempfindlich gegen Verunreinigungen
• für das Hochvakuum geeignet
• in einem großen Temperaturbereich einsetzbar

Beschreibung

Ein Kreuzfedergelenk besteht aus zwei Hülsen, die über zwei rechtwinklig angeordnete Blattfedern miteinander verbunden sind. In der Standardausführung sind Hülsen und Blattfedern aus rostfreiem Stahl hergestellt. Durch die unterschiedliche Stärke der Blattfedern ergeben sich verschiedene Federkonstanten, die den drei Drehwinkelbereichen angepaßt sind. Kreuzfedergelenke sind serienmäßig in 10 Größen mit einem Durchmesser von 1/8 Zoll bis 1 Zoll lieferbar, und zwar einseitig oder beidseitig eingespannt (zwei- oder dreiteiliges Gelenk) für drei Drehwinkelbereiche: bis ± 7,5 Grad, bis ± 15 Grad und bis ± 30 Grad.

Die Standard-Baureihe gestattet die Auswahl des geeigneten Kreuzfedergelenks für maximale Torsionsmomente zwischen 0,124 Ncm/rad und 4800 Ncm/rad bei gleichzeitiger maximaler radialer Belastung zwischen 4 N und 7000 N.
Besonders vorteilhaft hat sich die einfache Konstruktion des Federgelenks erwiesen. Sie ermöglicht eine sehr kompakte Bauform und hohe Präzision und vereinfacht die Montage im Vergleich zu herkömmlichen Lagerungen. Bei den Kreuzfedergelenken ist das einwirkende Drehmoment dem Drehwinkel bis etwa zum halben maximalen Winkel direkt proportional. Die Hysterese ist relativ gering. Die Lebensdauer der Kreuzfedergelenke ist bei entsprechenden Einsatzbedingungen unbegrenzt.

Image 2

Technische Daten (Standardausführung)

Durchmesser

Gesamt-
länge L

Länge A

Länge B

Länge C

Gewichte (Richtwerte)

Toleranzen:

0
- 0,013

± 0,076

± 0,13

± 0,13

+ 0,13
- 0,38

zweiteiliges
Gelenk

dreiteiliges
Gelenk

Zoll

mm

mm

mm

mm

mm

g

g

1/8

3,175

5,08

2,41

1,14

2,16

0,14

0,12

5/32

3,969

6,35

3,05

1,45

2,80

0,27

0,24

3/16

4,763

7,62

3,60

1,70

3,30

0,47

0,42

1/4

6,350

10,16

4,83

2,29

4,43

1,10

1,00

5/16

7,938

12,70

6,05

2,84

5,59

2,20

2,00

3/8

9,525

15,30

7,24

3,43

6,75

3,80

3,40

1/2

12,700

20,40

9,65

4,57

9,04

8,80

8,30

5/8

15,875

25,40

12,10

5,71

11,30

17,20

16,20

3/4

19,050

30,50

14,50

6,85

13,60

29,50

28,60

1

25,400

40,60

19.60

9,40

18,70

69,00

68,00

Anmerkung zur Federkonstante

in nachfolgender Tabelle ist die Federkonstante der Kreuzfedergelenke in Ncm/rad angegeben. Die Umrechnung in andere Einheiten ist wie folgt:
Federkonstante in kpcm/rad:   Ncm/rad : 9,81 = kpcm/rad.
Federkonstante in Ncm/Grad:  Ncm/rad : 57,3 = Ncm/Grad.

Je nach Einbaulage der Kreuzfedergelenke (siehe Abb. unten) werden die Federn verschiedenartig beansprucht. Bei Vc wirkt die Last über die vordere bzw. mittlere Hülse mit der fest eingesetzten Halbschale auf die Federn, die auf Druck belastet werden, da die untere Halbschale sich fest im hinteren bzw. den beiden äußeren Lagerteilen abstützt. Bei Vt ergibt sich eine Zugbelastung.

Image 3

Größe max. Drehung Feder-
konstante C*
Bestell-
nummer
Sach-
nummer
Drucklast
Vc**
Zuglast
Vt*
Bestell-
nummer
Sach-
nummer
Drucklast
Vc**
Zuglast
Vt**

mm bzw.
Zoll

± Grad

Ncm/rad

Baureihe
5000

29255-

N

N

Baureihe
6000

29256-

N

N

3,17
(1/8")

7,5
15
30

9,04
1,130
0,124

5004-400
5004-600
5004-800

-001
-002
-003

111,2
39,15
3,91

111,2
55,60
15,57

6004-400
6004-600
6004-800

-001
-002
-003

124,6
78,73
9,79

124,6
111,2
20,91

3,97 (5/32")

7,5
15
30

18,08
2,26
0,28

5005-400
5005-600
5005-800

-004
-005
-006

173,5
61,39
6,18

173,5
86,74
24,47

6005-400
6005-600
6005-800

-004
-005
-006

195,7
122,8
15,57

195,7
173,5
32,92

4,76 (3/16")

7,5
15
30

30,62
3,68
0,463

5006-400
5006-600
5006-800

-007
-008
-009

249,1
88,08
9,34

249,1
124,6
30,25

6006-400
6006-600
6006-800

-007
-008
-009

280,2
176,2
21,80

280,2
249,1
40,03

6,35
(1/4")

7,5
15
30

73,89
9,23
1,152

5008-400
5008-600
5008-800

-010
-011
-012

444,8
157,5
15,12

444,8
222,4
62,28

6008-400
6008-600
6008-800

-010
-011
-012

502,7
314,5
37,81

502,7
444,8
84,52

7,94 (5/16")

7,5
15
30

144,6
18,53
2,30

5010-400
5010-600
5010-800

-013
-014
-015

693,9
244,7
25,36

693,9
347,0
97,42

6010-400
6010-600
6010-800

-013
-014
-015

782,9
489,3
62,28

782,9
693,9
129,0

9,53
(3/8")

7,5
15
30

248,6
31,07
3,74

5012-400
5012-600
5012-800

-016
-017
-018

1000
355,9
35,14

1000
502,7
140,1

6012-400
6012-600
6012-800

-016
-017
-018

1125
707,3
88,08

1125
1000
186,8

12,70 (1/2")

7,5
15
30

587,5
73,44
9,19

5016-400
5016-600
5016-800

-019
-020
-021

1779
627,2
63,17

1779
889,7
250,4

6016-400
6016-600
6016-800

-019
-020
-021

2002
1259
157,5

2002
1779
333,6

15,88
(5/8")

7,5
15
30

1197,7
150,3
19,09

5020-400
5020-600
5020-800

-022
-023
-024

2780
983,1
98,31

2780
1388
390,6

6020-400
6020-600
6020-800

-022
-023
-024

3127
1966
244,7

3127
2780
520,5

19,05 (3/4")

7,5
15
30

2056,4
257,6
32,20

5024-400
5024-600
5024-800

-025
-026
-027

4003
1415
138,3

4003
2002
564,9

6024-400
6024-600
6024-800

-025
-026
–027

4506
2829
347,0

4506
4403
751,8

25,40
(1")

7,5
15
30

4869,7
607,9
76,04

5032-400
5032-600
5032-800

-028
-029
-030

7117
2518
251,8

7117
3559
1000

6032-400
6032-600
6032-800

-028
-029
-030

8007
5031
627,2

8007
7117
1334

Technische Daten

1. Belastungswerte

Die radialen Belastungswerte auf die Gelenkhülsen sind die zulässigen Maximalwerte bei Nullage der Federn. Eine Wertreduzierung erfordern die gebogenen Blattfedern je nach Größe des Drehwinkels. Eine weitere Reduzierung ist angebracht, wenn die Gelenke aus Sicherheitsgründen nicht ständig im hohen Grenzbereich belastet werden sollen.
Falls nur Axialkräfte in Richtung der Gelenkachse wirksam sind, können sie den Radialwerten entsprechen. Bei kombinierter Axial- und Radialbelastung ist eine prozentuale Wertaufteilung notwendig. Hierzu können Belastungskennlinien für die Baureihe 5000 oder 6000 angefordert werden.

2. Mittelpunktversatz

Die Hülsendrehung mit den sich biegenden Federn verursacht eine Verlagerung der Gelenkdrehachse. Durch Belastung kann der Versatz noch erhöht werden. Der Betrag ist bei definierter Drehung und Belastung für jedes Gelenk eine feste Größe.
Er liegt bei unbelasteten Gelenken und einer Drehung bis 2° im µm-Bereich (siehe Diagramm).

3. Linearität

Die Linearität, direkte Proportionalität zwischen Drehwinkel und Drehmoment, ist bis ca. dem halben Nenndrehwinkel gegeben, d.h. ein 7,5°-Gelenk ist bis ca. 3,5° linear.

4. Hysterese

Die Hysterese als Abweichung von der Nullage nach erfolgter Gelenkdrehung ist relativ gering. Bei begrenzter Drehung bis zum Nenn-Drehwinkel ist sie praktisch vernachlässigbar (siehe Diagramm). Wenn ein geringer Hysteresewert funktionswichtig ist, sollte nur bis zum betriebsnotwendigen Drehwinkel ausgelenkt werden.

5. Umgebungsbedingungen

5.1 im erweiterten Temperaturbereich können die Standardgelenke eingesetzt werden.
Dauertemperatur -30 °C bis + 120 °C
sehr kurzzeitig -75 °C bis + 180 °C
Mit Toleranzänderungen einzelner Parameter ist zu rechnen, die sich bei Raumtemperatur wieder zurückbilden.
5.2 Hochfrequente Schwingungen können sich auf die Hartlotverbindungen zwischen Hülsen und Federn schädigend auswirken. Geschweißte Ausführungen sind dann vorzuziehen.

6. Material

Hülsen und Federn sind aus rostbeständigen Stählen gefertigt,
AISI Nr. 410 entspr. X10Cr13, Nr. 1.4006 und
AISI Nr. 420 entspr. X20Cr13, Nr. 1.4021 DIN 17440

7. Radiale Steifigkeit

Bei Radialbelastung einer Gelenkhälfte besteht eine hohe radiale Steifigkeit. Diagramme bezogen auf Durchbiegung und Belastung auf Anfrage.

Hysterese in % des Nenn-Drehwinkels  
Versatz

Einbaurichtlinien

Nachfolgend sollen einige konstruktive Lösungen für den Einbau von Kreuzfedergelenken der Normalausführung aufgezeigt werden.
Für die meisten Anwendungsfälle wird der Einbau entsprechend der Belastungsart Vc empfohlen, d. h. das Gelenk sollte möglichst druckbelastet werden.

1. Montage mit Klemmschraube
Der Bohrungsdurchmesser soll etwa 0,013 bis 0,038 mm größer sein als der Außendurchmesser des Kreuzfedergelenks. Beim Auftreten von Vibrationen wird empfohlen, eine der üblichen Schraubensicherungsmethoden anzuwenden. Die Spannung kann verringert werden, wenn gegenüber der Klemmschraube ein Schlitz mit Bohrung vorgesehen wird.

Image 6

2. Festklemmen durch Vorspannung
Diese Anordnung kann bei kleinen Drehmomenten gewählt werden. Die Spannkraft muß hoch genug sein, um eine Verdrehung innerhalb der Bohrung zu vermeiden. Um das Einführen des Gelenks in die Bohrung zu erleichtern, muß am Schlitz gespreizt werden. Dabei ist Vorsicht geboten, damit die Elastizitätsgrenze nicht überschritten wird.

Image 7

3. Montage mit Gewindestift
Der Bohrungsdurchmesser ist etwa 0,013 bis 0,038 mm größer zu wählen als der Außendurchmesser des Kreuzfedergelenks. Bei dieser Anordnung erfolgt die Fixierung mit einem Gewindestift. Um eine Deformierung des Kreuzfedergelenks zu vermeiden, wird empfohlen, den Gewindestift mit flacher Kuppe vorsichtig anzuziehen. Beim Auftreten von Vibrationen ist die Verschraubung zu sichern.

Image 8
4. Montage mit Paßstift in radialer Anordnung
Der Bohrungsdurchmesser soll etwa 0,013 bis 0,038mm größer sein als der Außendurchmesser des Kreuzfederge- lenks. Bohren und ausreiben nach dem Zusammenbau. Bei der Bearbeitung dürfen die Federn keinesfalls berührt werden.
Image 9

5. Montage mit Paßstift in Ouer- und Axialrichtung
Der Bohrungsdurchmesser soll etwa 0,013 bis 0,038 mm größer sein als derAußendurchmesser des Kreuzfedergelenks. Nach dem Einpressen mit einer Führungsbuchse verbohren und anschließend verstiften. Zweckmäßige Lage der Bohrung in der dicken Gelenkwandung unter 45° zu den Federn. Durchbrechen der Gelenkinnenwand beim Bohren soll vermieden werden. Sacklochtiefe S nicht größer als 75 % der Länge A.

Image 10

6. Montage mittels Preßpassung
Zum Fixieren kommen Preß- oder Haftsitze zur Anwendung. Durch Eintauchen des Gelenks in "Trockeneis" kann ohne Beschädigung eine Schrumpfung hervorgerufen werden. Das zugehörige Lagerteil kann erwärmt werden, um die Bohrung zu erweitern. Dabei sollten jedoch die Kreuzfedergelenke niemals einer Temperatur über 480 °C ausgesetzt werden. Um Beschädigungen bei der Montage zu vermeiden, ist ein Spezialwerkzeug, wie dargestellt, erforderlich.

Image 11
7. Montage durch Kleben
Als Kleber kann z. B. Loctite-Adhesive 310 verwendet werden.

Lebensdauerkurven

Druckbelastung VC

Drehwinkel in Grad über der Radialbelastung in % VC
rot:    einseitig eingespannt
blau: zweiseitig eingespannt

Zugbelastung Vt

Drehwinkel in Grad über der Radialbelastung in % Vt
rot:    einseitig eingespannt
blau: zweiseitig eingespannt

 

Anwendungsbeispiele

Kardangelenk als Adapter
für eine Zugfestigkeitsprüfmaschine, durch den große Kräfte übertragen werden können. Durch Fehlausrichtung bedingte Versetzungen des Prüflings werden durch die reibungsfreien Kreuzfedergelenke ausgeglichen, ohne das Prüfergebnis zu beeinträchtigen.

Image 12

Kardangelenk für rotierende Wellen,
bei denen die Schmierung und Sauberhaltung schwierig sind. Die gezeigte Anordnung ist für relativ kleine Belastungen ausgelegt.

Image 14

Federnder Hebel
in einem Druckmeßgeber. Der als Kreuzfedergelenk ausgebildete Drehzapfen läßt keinen toten Gang zu und gewährleistet, daß der Hebelausschlag dem Druck proportional ist.

Image 15

Federnder Arm
in einem Schreibgerät. Das Kreuzfedergelenk stellt den Arm mit dem Schreiber fast hysteresefrei auf Null zurück und sorgt für großen und konstanten Anpreßdruck.

Image 13

Steuergestänge
für die Leistungsregulierung von Triebwerken. Die kompakten und temperaturunempfindlichen Kreuzfedergelenke, die überdies nicht geschmiert zu werden brauchen, vereinfachen die Konstruktion.

Image 16

Kontaktinformationen

Wenn Sie sich für unsere Kreuzfedergelenke interessieren, senden Sie Ihre Anfrage

per Post an: Rockwell Collins Deutschland GmbH
Abteilung K
Postfach 105608
D-69046 Heidelberg
oder

per E-mail an: ckuehni@rockwellcollins.com oder rcd-customer@rockwellcollins.com
Damit wir Ihre Unterlagen sicher empfangen können, senden Sie diese bitte nicht als Datei-Anlage
oder

Telefon: nehmen Sie Kontakt mit unserer Produktreferentin,
Frau Claudia Kühni auf: 
(06221) 512 414 Telefon
(06221) 512 558 Telefax